Seltsame Narben entdeckt
“Sieh dir diese Spuren an”, sagte Karen plötzlich und kniete sich hin, um mit ihrer behandschuhten Hand eine Linie an der Seite des Nashorns zu ziehen. Im Schein der Taschenlampe waren mehrere schwache Narben zu erkennen – dünn, geschwungen und viel zu präzise, um von einem Kampf zu stammen. Jonah hockte sich neben sie und studierte die Muster mit zusammengekniffenen Augen. “Die sehen nicht wie Kratzspuren aus”, sagte er langsam. “Und sie sind zu gleichmäßig, um von einem anderen Nashorn zu stammen.” Die Luft wurde schwerer, als sich die Erkenntnis zwischen ihnen bildete. Die Abdrücke waren nicht alt, aber sie waren auch nicht frisch – Anzeichen für etwas, das von Menschenhand gemacht wurde. Karens Stirnrunzeln vertiefte sich, als sie das Muster auf der Haut des Tieres verfolgte. “Das hat die Natur nicht gemacht”, murmelte sie. “Jemand war schon vor uns hier.” Jonah spürte, wie ihm ein Schauer über den Rücken lief. Die Narben erzählten eine Geschichte – und es war keine, die er gerne hören wollte.

Seltsame Narben entdeckt
Das kleine Nashorn besänftigen
Jonah begann leise zu summen und ließ eine tiefe, beruhigende Melodie durch die stille Luft schweben. Die Melodie war einfach, aber beruhigend und strahlte eine Wärme aus, die die Anspannung in Mensch und Tier zu lösen schien. Karen bemerkte die Wirkung sofort und nickte ihm zustimmend zu, wobei sich ihre Lippen zu einem schwachen Lächeln verzogen. “Sieht aus, als würde es funktionieren, Jonah”, flüsterte sie mit sanfter Stimme. Die Atmung des Nashornbabys verlangsamte sich und seine Augen waren halb geschlossen, als ob es sich durch den Rhythmus seiner Stimme beruhigt fühlte. Das Team tauschte stille Blicke aus, vorsichtig, um die zerbrechliche Ruhe nicht zu stören. Zum ersten Mal an diesem Abend spürte Jonah ein Flackern der Hoffnung – wenn das kleine Tier so entspannt bleiben konnte, hatten sie vielleicht eine echte Chance, ihm durch das zu helfen, was es hergebracht hatte.

Das kleine Nashorn besänftigen

