Wartendes Spiel
Jonah kletterte auf die Motorhaube seines Trucks und setzte sich mit verschränkten Armen auf das Metall, das noch warm von der Nachmittagssonne war. Das Nashornbaby hatte sich nicht weit bewegt; es stand an der gleichen Stelle, wedelte gelegentlich mit den Ohren oder bewegte seine Füße, als ob es nicht wüsste, was es als Nächstes tun sollte. Jonah behielt seinen Blick bei und scannte die Straße hin und wieder nach Anzeichen für herannahende Fahrzeuge. Geduld war etwas, das er aus Erfahrung gelernt hatte, und im Moment war sie alles, worauf er sich verlassen konnte. Er wusste nur zu gut, dass impulsives Handeln eine überschaubare Begegnung in eine Katastrophe verwandeln kann. Mit einem tiefen Seufzer lehnte er sich leicht zurück und behielt die kleine Kreatur im Auge, während er im Stillen hoffte, dass Karens Team bald eintreffen würde.

Wartespiel
Untergehende Sonne
Die Stunden zogen sich hin und der Himmel fing an, sich in satten Orange-, Rosa- und Violetttönen zu färben, die sich wie ein Feuerstrich über den Horizont legten. Die langen Schatten der Bäume am Straßenrand reichten bis zu Jonahs Truck, als das Tageslicht zu schwinden begann. Er blinzelte gegen das schwindende Licht an und spürte, wie sich der erste Hauch von Abendkühle über die offene Ebene legte. Die Nächte in dieser Gegend sind dafür bekannt, dass sie schnell kalt werden, und Jonah dachte an die wenigen warmen Schichten, die er in den Lkw gepackt hatte. Als er sah, wie die Sonne hinter den fernen Hügeln verschwand, wurde ihm bewusst, wie weit er wirklich von der Zivilisation entfernt war. Die Abgeschiedenheit war demütigend, aber sie bestärkte ihn auch in seiner Entschlossenheit – er musste sicherstellen, dass das Nashornbaby die Nacht überlebte, so oder so.

Untergehende Sonne

