Versteckte Geräusche
Ein plötzliches Rascheln durchbrach die Stille, und Jonah erstarrte auf halbem Weg. Sein Herz klopfte einmal kräftig und hallte in seinen Ohren wider. Die dichten Bäume ragten hoch über ihm auf, ihre Stämme standen gerade weit genug auseinander, um alles oder jeden zu verbergen, der ihn beobachtete. Er suchte die Schatten zwischen ihnen ab und ließ seine Augen von einer dunklen Gestalt zur nächsten huschen, in der halben Erwartung, eine Bewegung zu sehen. Das Geräusch war zu bedächtig, um es zu ignorieren, wie ein Fuß, der über die Blätter streicht, oder ein Ast, der sich unter seinem Gewicht bewegt. Jonahs Atem verlangsamte sich, als er zu sich selbst flüsterte: “Bleib wachsam, bleib ruhig.” Er spürte das Kribbeln des Instinkts in seinem Nacken, der ihn davor warnte, die Ruhe als selbstverständlich anzusehen. Ob es nun ein Tier oder etwas Unheimlicheres war, er konnte es sich nicht leisten, seine Wachsamkeit zu verlieren.

Versteckte Geräusche
Genaues Hinhören
Jedes Geräusch wurde in der Dunkelheit verstärkt – das leise Pfeifen des Windes, der durch die Äste streicht, das spröde Knirschen des trockenen Grases unter seinen Stiefeln und sogar der rhythmische Schlag seines eigenen Pulses. Jonah blieb stehen, legte den Kopf schief und versuchte, die natürlichen Geräusche von den unnatürlichen zu unterscheiden. Irgendwo in der Ferne kreischte ein Vogel, sein Ton war scharf und kurzlebig. Dann herrschte wieder Stille im Raum. Seine Sinne waren in höchster Alarmbereitschaft, jeder Nerv spannte sich an, um Muster aufzuspüren, die auf eine Gefahr hinweisen könnten – oder auf eine Richtung. Die Stille war trügerisch, voll von Möglichkeiten. Jonah atmete langsam ein und konzentrierte sich. Der Wald war nicht nur still, er hörte auch zu. Und das war es vor allem, was seinen Verstand auf Trab hielt, als er weiterging.

Genaues Hinhören

